Das Feld fruchtbar machen
Ein Zen-Meister trug seinem Schüler auf, sich um das Reisfeld zu kümmern.
Im ersten Jahr sorgte der Schüler dafür, dass es niemals am notwendigen Wasser fehlte. Der Reis wuchs prächtig, die Ernte war gut.
Im zweiten Jahr hatte er die Idee, das Feld etwas zu düngen. Der Reis wuchs schnell, und die Ernte war noch besser.
Im dritten Jahr hat er noch mehr Dünger aufgebracht, die Ernte war noch größer, doch der Reis war mickrig und glanzlos.
“Wenn du noch mehr Dünger nimmst, wirst du im nächsten Jahr nichts Rechtes mehr ernten”, sagte der Meister. “Du stärkst jemanden, wenn du ihm ein wenig hilfst. Aber mit zu viel Hilfe, schwächst du ihn.
Beleidigungen anhören können
Im westlichen Reich lebte einmal eine Königin namens Layla. Ihre Klugheit erleuchtete die Erde wie die Sonne, ihre Schönheit blendete die Männer, und ihr Reichtum war größer als der irgendeines anderen Herrschers.
Eines Morgens bat ihr wichtigster Berater um eine Audienz und sagte zu ihr:
“Große Königin Layla! Ihr seid die klügste, die schönste, die reichste Frau der Welt. Aber ich habe Dinge gehört, die mir nicht gefallen. Es gibt Leute, die lachen über Eure Entscheidungen oder begehren gegen sie auf. Warum sind Eure Untertanen trotz allem, was ihr für sie getan habt, nicht zufrieden?”
Die Königin lächelte und antwortete:
“Mein treuer Berater, du weißt, was ich alles für mein Reich getan habe. Sieben Regionen gehören zu meinem Reich, und in allen herrscht Frieden und Wohlstand. In allen Städten sind die Entscheidungen meines Hofes gerecht und angemessen. Ich kann fast alles tun, wonach es mich verlangt. Ich kann befehlen, auf nicht absehbare Zeit die Grenzen und die Schatztruhe schließen.
Aber es gibt nur eines, was ich nicht tun kann: dem Volk den Mund verbieten. Es geht nicht darum, ob gewisse Leute etwas Falsches sagen. Wichtig ist, dass ich weiter tue, was ich für richtig halte.”
Die gute Seite hört immer zu
Wenn Konfuzius zum See ging, kam er immer an einem bestimmtem Haus vorbei, und er blieb immer stehen, um über den Garten zu sprechen, der der Stolz des Besitzers war.
Manchmal war der Mann betrunken, doch Konfuzius tat so, als bemerke er es nicht, und sprach weiter über den Garten.
Einmal, als der Mann sehr betrunken war, meinte ein Schüler:
“Er hört nicht zu, sein Geist ist vom Alkohol benebelt.”
Konfuzius antwortete:
“Ein Mensch kann sich nur weiterentwickeln, wenn er weiß, das er eine gute Seite hat. Gerade in schwachen Augenblicken muss man diese Seite ansprechen. Also rede ich mit ihm über die Schönheit seiner Arbeit als Gärtner. So kann ich verhindern, dass Schuldgefühle seinen Willen zerstören, den Weg fortzusetzen.
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