Juan ging jeden Sonntag zum Gottesdienst. Aber nach einiger Zeit kam es ihm so vor, als sage der Pastor immer dasselbe, und er blieb dem Gottesdienst fern. Zwei Monate später, in einer kalten Winternacht, besuchte ihn der Pastor. Er ist sicher gekommen, um mich zu überreden, wieder zur Kirche zu gehen, dachte Juan. Er fand, er könne ihm nicht den wahren Grund sagen, nämlich die immer gleichen Predigten.
Während er sich eine Ausrede zurechtlegte, stellte er zwei Stühle vor den Kamin und begann, über das Wetter zu reden. Der Pastor sagte kein Wort. Juan, der eine Zeitlang vergebens versucht hatte, ein Gespräch in Gang zu bringen, schwieg ebenfalls. Beide blickten fast eine halbe Stunde lang schweigend ins Feuer. Dann erhob sich der Pastor und holte mit einem Zweig ein Stück Glut aus dem Feuer.
Die Glut, die nicht mehr genug Hitze bekam, begann zu verlöschen. Juan beeilte sich, sie wieder in die Mitte der Feuerstelle zurückzuschieben.
“Gute Nacht”, sagte der Pastor und erhob sich , um zu gehen.
“Gute Nacht und vielen Dank”, antwortete Juan.
“Das Stückchen Glut, das fern vom Feuer ist, erlischt am Ende, so hell es auch anfangs geglüht haben mag. Der Mensch, der sich von seinesgleichen entfernt, kann seine Wärme und seine Flamme nicht erhalten, mag er auch noch so intelligent sein. Ich werde nächsten Sonntag wieder in die Kirche kommen
Die Mausefalle
Höchst besorgt sah die Maus, dass der Bauer eine Mausefalle aufgestellt hatte: Er wollte sie also töten! Sie begann, alle anderen Tiere zu warnen:
“Vorsicht, eine Mausefalle! Vorsicht, eine Mausefalle!”
Das Huhn, das ihre Schreie hörte, wies sie zurecht:
“Meine liebe Maus, ich weiß, für dich ist das ein Problem, aber mich betrifft es nun einmal gar nicht – also mach nicht so ein Geschrei!”
Die Maus wollte mit dem Schwein reden, das aber unwirsch war, weil sie es aufgeweckt hatte:
“Da ist eine Mausefalle im Haus!”
“Ich verstehe ja deine Sorgen, bin auch ganz solidarisch”, antwortete das Schwein.
“Ich werde heute Abend für dich beten, mehr kann ich nicht tun.”
Die Maus fühlte sich mutterseelenallein und bat die Kuh um Hilfe.
“Meine beste Maus, was habe ich damit zu tun? Hast du schon einmal eine Kuh gesehen, die von einer Mausefalle getötet wurde?”
Als sie sah, dass sie von niemandem Hilfe erhalten würde, ging die Maus ins Haus und versteckte sich in ihrem Loch. Sie blieb die ganze Nacht lang wach, weil sie fürchtete, ein Unglück könne geschehen. In den frühen Morgenstunden war ein Lärm zu hören; die Mausefalle hatte etwas gefangen. Die Bauersfrau kam herunter, um zu sehen, ob die maus getötet worden war. Da es dunkel war, konnte sie nicht sehen, dass die Falle nur den Schwanz einer giftigen Schlange zu Fassen bekommen hatte: als sie herantrat, wurde sie gebissen.
Der Bauer, der die Schreie seiner Frau hörte, wachte auf und brachte sie sofort ins Krankenhaus. Sie wurde behandelt und kam dann nach Hause zurück. Sie hatte aber noch weiterhin Fieber. Da er wusste, dass es keine bessere Medizin gab als eine heiße Hühnerbrühe, schlachtete der Bauer das Huhn. Die Frau wurde wieder gesund, und da beide in der Umgebung sehr beliebt waren, kamen die Nachbarn zu Besuch.
Dankbar für den Freundschaftsbeweis, schlachtete der Bauer das Schwein, um die Nachbarn zu bewirten. Seine Frau war wieder gesund geworden, aber ihre Behandlung war sehr teuer gewesen. Also brachte der Bauer die Kuh zum Schlachthof und nutzte den aus dem Verkauf des Fleisches erzielten Gewinn, um die Arztkosten zu begleichen.
Die Maus erlebte dies alles und dachte sich dabei:
Ich hatte sie doch gewarnt. Wäre es nicht besser gewesen, das Huhn, das Schwein und die Kuh hätten begriffen, dass ein Problem, das einer von uns hat, alle in Gefahr bringen kann?”
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