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Impressionen und Geschichten



Neues

Paulo Coelho: "Der Krieger des Lichts und seine Dämonen" · 26.02.14

Der Krieger des Lichts erwacht gerade aus seinem Schlaf. Er denkt: “Das Licht will mich wecken, aber ich will nicht aufwachen.” Doch der Tag leuchtet hell und schert sich nicht um die Gedanken des Kriegers. Der Krieger sagt dann laut: “Es werden Veränderungen notwendig, zu denen ich keine Lust habe. Ich bin es gewohnt, mein Leben so zu leben, wie ich es gerade tue.”
Das Licht aber bleibt, denn es weiß, dass der Wille viele Ausflüchte kennt.
Doch dann gewöhnen sich Augen und Herz des Kriegers an das Licht. Und je mehr Zeit vergeht, umso weniger wehrt er sich. Der Krieger hat lange geschlafen. Kein Wunder, dass er langsam aufwacht.

Der Beschluss, dem Licht zu folgen
Dem Krieger des Lichts wird allmählich klar, dass es besser ist, dem Licht zu folgen. Er hat bislang Verrat geübt, gelogen, ist von seinem Weg abgekommen, hat mit der dunklen Seite geflirtet. Aber trotzdem ist in seinem Leben immer alles gut gegangen. Doch jetzt will er seine Haltung ändern. Als er diesen Entschluss fasst, führt seine innere Stimme vier Gegenargumente ins Feld:
“Du hast immer falsch gehandelt. Du bist zu alt, um dich zu ändern. Du bist nicht gut. Du verdienst es nicht.”
Da blickt er zum Himmel. Und eine Stimme sagt:
“Nun ja, mein Guter, alle machen Fehler. Dir sei vergeben, aber aufzwingen kann ich dir diese Vergebung nicht. Entscheide dich.”
Der Krieger des Lichts lässt sich vergeben und nimmt die Veränderung in Angriff.

Ein neuer Fehltritt
Da sich Veränderungen nicht von einem Tag auf den anderen vollziehen, unterläuft dem Krieger ein neuer Fehltritt, und er taucht noch einmal in den Abgrund ab. Da er jetzt bewusster handelt, hatte er gedacht, dies könne ihm nicht noch einmal passieren. Doch es ist passiert. Von Dunkelheit umgeben, tritt er in Kontakt mit seinem Meister.
“Meister, ich bin wieder in den Abgrund gefallen”, sagt er. “Die Wasser sind tief und dunkel.”
“Vergiss eins nicht”, antwortete der Meister, “nicht weil man ins Wasser eintaucht, ertrinkt man, sondern weil man darin untergetaucht bleibt.”
Und der Krieger bringt auf, was ihm noch an Kraft geblieben ist, um aus dem Abgrund wieder herauszukommen.

Begreifen, was ein Waffenstillstand ist
Ein Krieger des Lichts kämpft nicht immer wieder denselben Kampf. Wenn es in einem Kampf nach einer gewissen Zeit weder vor noch zurück geht, begreift er, dass er sich mit dem Feind zusammensetzen und über einen Waffenstillstand sprechen muss. Beide haben mit dem Schwert gekämpft, jetzt müssen sie sich mit Worten verständigen. Das ist nicht Feigheit, sondern würdiges Handeln. Jetzt herrscht ein Gleichgewicht der Kräfte, und es geht nun darum, neue Strategien zu entwickeln.
Die Krieger legen einen Friedensplan fest und gehen dann nach Hause. Sie brauchen niemandem etwas zu beweisen. Sie haben den guten Kampf geführt und nie den Glauben an diesen Kampf verloren. Jeder hat ein wenig nachgegeben und dabei die Kunst des Verhandelns gelernt.

Vorsichtig mit Kommentaren sein
Ein Krieger weiß, dass die dunkle Seite ein unsichtbares Netz benutzt, um das Böse zu verbreiten. Dieses Netz greift eine Information aus der Luft und macht daraus eine Intrige. Alles, was über jemanden gesagt wird, kommt immer, mit einem finsteren Zusatz an Gift und Bosheit versehen, dessen Feinden zu Ohren. Daher stellt sich der Krieger, wenn er über seinen Bruder spricht, immer vor, dieser sei anwesend und hört, was er sagt. So entwickelt er die Kunst des vorsichtigen und würdigen Handelns.
Und er wird dem Licht immer näher kommen, das durch sein Fenster hereingeschienen war und jetzt seine ganze Seele erleuchtet.

Mehr über den Bestseller-Autoren und seine Bücher:
www.paulocoelhoblog.com

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