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Impressionen und Geschichten



Neues

Paulo Coelho:"Was mache ich eigentlich? 2 ·  8.03.14

Hier kommt der zweite Teil einer dreiteiligen Serie, die ich schreibe, nachdem viele Leser sich immer wieder über das Fehlen von Informationen über mein Alltagsleben beklagten…

Dienstag: Um 10 Uhr Milchkaffee, Orangensaft, Brot mit Olivenöl – immer das Gleiche, sogar wenn ich in Hotels bin, was während des Großteils des Jahres der Fall ist. Drei Tabletten Echinacea, ein Kraut, von dem es heißt, es stärke die Widerstandskräfte gegen Grippe, und das sich seines Rufes als würdig erwiesen hat (obwohl es keine wissenschaftliche Grundlage dafür gibt).

Internet: Lektüre der E-Mals von Lesern. Lektüre der die Arbeit betreffenden E-Mails (mein Büro filtert die wichtigsten heraus), Lektüre von Zeitungsausschnitten, Besuch eines Internetportals in Brasilien und eines anderen in den Vereinigten Staaten, um die Nachrichten des Tages zu lesen. Ich stelle fest, dass die Themen mehr oder weniger die gleichen sind.
Bitte um Genehmigung, einen Auszug aus meinen Büchern zu zitieren (wird immer gegeben), mehrere Einladungen zu Konferenzen (werden immer abgelehnt). Heute habe ich ein Interview für eine finnische Zeitung, die diese Kolumnen veröffentlichen wird. Ich sitze eine Stunde vor dem Computer.

Eine Stunde Walking – ich lasse das selten ausfallen, wo immer ich auch bin. Heute habe ich meine Assistentin eingeladen, mich zu begleiten. Sie ist gerade aus dem Urlaub in Brasilien zurückgekommen. Wir unterhalten uns über die Ferien.

Wieder zurück am Computer. Ich aktualisiere den Blog, lese ein ärgerliches Interview mit dem Schauspieler Devid Thwelis, der sagt, seine Rolle in “Veronica beschließt zu sterben”, sei “nur zwei weitere Wochen Arbeit” gewesen. Lese den Rest des Interviews und sehe, dass er sich über alles, was
er im Leben gemacht hat, beklagt. Meine Verärgerung klingt ab.

Sehe mir “Willkommen in Sarajewo” an. Lese die Herald Tribune” ganz durch. Versuche “my Year Inside Radical Islam” weiterzulesen, aber ich komme nicht über ein paar Seiten hinaus.

Mittwoch: Monica kommt an. Wir unterhalten uns von drei Uhr nachmittags bis um zwei Uhr morgens, sprechen über das Programm für die Veröffentlichung des neuen Buches und wo ihr Geburtstag gefeiert werden soll…(sie wird im November 40). Ich schlage vor, ihn in ihrem Haus in Barcelona zu feiern, aber sie meint, es sei gerade eingerüstet worden und man könnte den Blick auf dir Stadt nicht genießen. Ich entgegne, nachts sei der Blick auf alle Städte gleich: ein Haufen blinkender Lichter. Aber das überzeugt sie nicht. Sie sagt, ich müsse noch mehr Interview geben. Wir verbringen die ganze Zeit in der Wohnung, denn Monica geht wahnsinnig ungern spazieren. Chris hat das Abendessen vorbereitet und ist schon lange schlafen gegangen.

Um 2.15 Uhr sage ich. dass ich müde bin und schlafen möchte, aber Monica ist so frisch und munter, als sei sie gerade eben erst aufgewacht. Und dabei hatte sie die Folterkammer hinter sich, die unter dem Namen “Flughafen” bekannt ist.

Um halb drei gelingt es mir endlich, sie dazu zu überreden, schlafen zu gehen. Einige Themen bleiben unbearbeitet. Heute weder “Herald Tribune” noch “My Year Inside Radical Islam” gelesen.

Mehr über den Bestseller-Autoren und seine Bücher:
www.paulocoelhoblog.com

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