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Impressionen und Geschichten



Neues

Paulo Coelho: Was mache ich eigentlich? 3 (Letzter Teil) ·  9.03.14

Hier folgt nun der letzte Teil meiner Aufzeichnungen über eine typische Woche in meinem Leben.

Donnerstag: Frühstück mit Monica, meiner Agentin und Freundin, die weniger als einen Tag in Paris verbracht und sehn Stunden mit mir geredet hat (obwohl es ein schöner Herbsttag war, immer am selben Ort, denn sie geht wahnsinnig ungern spazieren). Sie reist nach Barcelona ab, und ich gehe an den Computer, um die E-Mails, die Die Bitten um Abdruckgenehmigung, die Einladungen anzusehen. Lektüre der E-Mails von Lesern.

Der Unfug des Tages geht auf das Konto von Frei Betto, einem brasilianischen Mönch, den ich bis vor ein paar Minuten für meinen Freund gehalten habe, der aber der Autor einer in einer Provinzzeitung veröffentlichten Kolumne ist, in der er mich grundlos angreift – besser gesagt, alles angreift, was unter “Volkskultur” fällt. Durch das Internet erfahren wir alles. Ich schicke ihm eine E-Mail, in der ich jede freundschaftliche Verbindung zu ihm kappe. Ich schicke Kopien an gemeinsame Freunde, um sicher zu sein, dass sie in seine Hände gerät.

Eine Stunde Walking – wie immer. Bogenschießen – wie immer. Meine wöchentliche Kolumne Schreiben (die Sie jetzt gerade lesen).

Abendessen mit Chris in einem japanischen Restaurant. Ich bestelle immer dasselbe Gericht. Warum, weiß ich nicht, aber wenn ich in ein neues Restaurant gehe und mir geschmeckt hat, was ich gegessen habe, bestelle ich es immer wieder. Mangelnde Fantasie, nehme ich an.

Freitag: Frühstück, Computer, Walking. Aktualisierung des täglichen Blogs.

Ich nehme meine Zeitung und verbringe den Tag auf dem Champ de Mars in der Nähe meines Pariser Appartements. Ich schaue den Touristen zu, die den Eiffelturm fotografieren oder mit dem Handy telefonieren. Ich komme am Musée du Quai Branly vorbei, sehe , dass dort heute ausnahmsweise keine Schlange ist, und beschließe, hineinzugehen. Die Ausstellung zeigt Volkskunst aus verschiedenen Kontinenten – mir kommt der Gedanke, dass in unsererZivilisation irgendetwas nicht stimmt, da diese Stämme und Menschen sehr viel Interessanteres und Entscheidenderes schaffen können als das, was wir heute in der bildenden Kunst sehen.
Aber es bringt nichts, darüber zu klagen oder darüber zu schreiben – es gibt jede Menge Thesen zu Konzepten zeitgenössischer Kunst, unter die auch eine in Formalin eingelegte Kuh (die für 30 Millionen Dollar verkauft wurde) und zwei verrosteteWände (Preis bei 5 MillionenDollar) fällt.

Ich kehre nach Hause zurück, die Koffer sind gerade gepackt, der Fahrer wartet und bringt mich zum Flughafen Paris-Charles-de-GGaulle. Meine Maschine geht erst um 22.15 Uhr.

Abflug um 23.00 Uhr (mit fast einer Stunde Verspätung). Ich werde etwa 20 Tage in Brasilien verbringen. Aber ich werde in meiner Heimatstadt Rio in keines der Restaurants gehen, die gerade in Mode sind, was zur Folge haben wird, dass ich bald die immer gleiche Frage hören werde:
Wann sind Sie eigentlich jemals in Ihrem Heimatland?”

Wer nicht in ein Restaurant geht, das gerade in Mode ist, existiert offenbar nicht.

Mehr über den Bestseller-Autoren und seine Bücher:
www.paulocoelhoblog.com

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