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Impressionen und Geschichten



Neues

Paulo Coelho: "Älter werden" · 12.03.14

Der Krieger des Lichts hat es niemals eilig. Die Zeit arbeitet für ihn: er lernt, seine Ungeduld zu zügeln, und meidet unüberlegte Gesten.
Wenn er langsam geht, spürt er die Festigkeit seines Schritts. Er weiß, er hat teil an einem entscheidenden Augenblick in der Geschichte der Menschheit, und er muss zunächst einmal sich selbst verändern, ehe er die Welt verändert.
Der Krieger des Lichts pflückt nie die Frucht, solange sie noch grün ist, denn er weiß, die Zeit ist sein Verbündeter, nicht sein Feind.

Ich habe eine neue Methode entdeckt
Der alte Fuchsjäger – er galt als der beste der Gegend – beschloss, sich endlich zur Ruhe zu setzen. Er nahm seine Habseligkeiten und machte sich auf den Weg in den Süden des Landes, wo das Klima milder war. Indes bekam er, noch ehe er seine Sachen ausgepackt hatte, Besuch von einem jungen Mann.
“Ich möchte Ihre Fertigkeiten erlernen”, sagte der Mann, der neu am Ort war.
“Dafür kaufe ich Ihnen den Laden und den Jagdschein ab und zahle Ihnen obendrein noch eine Summe für alle Geheimnisse, die Sie mir verraten.”
Der Alte war einverstanden: Sie unterschrieben einen Vertrag, und er brachte dem jungen Mann alles bei, was er über das Jagen wusste. Vom erhaltenen Geld kaufte er sich ein wunderschönes Haus im Süden und verbrachte dort den ganzen Winter, ohne sich um Brennholz kümmern zu müssen.
Im Frühjahr bekam er Heimweh nach seinem Dorf, und er so ging er zurück, um seine Freunde zu besuchen. Bei seiner Ankunft traf er mitten auf der Straße den jungen Mann, der ihm ein paar Monate zuvor ein Vermögen für seine Geheimnisse bezahlt hatte.
“Nun?” fragte er. “Wie war die Jagdsaison?”
“Ich habe nicht einen einzigen Fuchs fangen können.”
Der Alte war erstaunt und verwirrt:
“Haben Sie sich denn nicht an meine Ratschläge gehalten?”
Die Augen starr auf den Boden gesenkt, antwortete der junge Mann:
“Um ehrlich zu sein, nein. Ich fand Ihre Praktiken überholt und habe selbst eine bessere Methode entwickelt.”

Die Entdeckung des Amazonas
Der Jesuit Anthony Mello erzählt uns die Geschichte eines Mannes, der, nachdem er viel erlebt hatte und viel gereist war, zu seinem Volk zurückkehrte. Er rief seine Freunde zusammen und fing an, über die Wunder des Amazonas zu sprechen.
Jahre später kam er wieder in seinen Heimatort und sah die Landkarte eingerahmt im Rathaus hängen.
Ein Beamter erklärte ihm:
Das ist der Amazonas.”
“Nein, das ist eine Karte vom Amazonas! Seid ihr denn nicht hingefahren?”
“Wozu?” fragte der Beamte. “Wir sind schon alt, wir haben jeden Wasserfall, jeden Fluss, jeden Berg auswendig gelernt. Warum sollen wir Zeit vergeuden und hinfahren?”

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www.paulocoelhoblog.com

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